Der Künstlermensch                                                            Felix M. Hediger


Die eine Frage, die wie mir scheint unsere Existenz am meisten betrifft, ist die Frage nach dem Sinn der Existenz, nach dem Sinn des Lebens und des Selbst. Wer kennt nicht die eigenartigen Gefühle, die unsere Überlegungen , warum wir überhaupt existieren und nicht darum herumkommen, also warum es uns einfach gibt und nie nicht mehr geben kann, begleiten. Diese Empfindungen können sehr bedrohlich, unangenehm und existenziell sein. Ich denke, solange die Frage nach dem Sinn der Existenz nicht geklärt ist, werden wir diese Gefühle als Hindernisse bewusst oder unbewusst in uns tragen, aber auch unser Verstand und Wille werden orientierungsloser bleiben. Es ist nicht so, dass zu dieser Frage keine Antworten existieren würden, aber es sind mir keine konkreten und logischen begegnet. Mit logisch meine ich sinnvoll, gesetzmäßig und  nachvollziehbar, auch mit dem einfachen Verstand.
Im folgenden versuche ich einen, wie ich meine, logischen Lebenssinn zu entwerfen. Einen Einwand gegen ein solches Unterfangen will ich vorwegnehmen, es ist dies der Hinweis, dass zur Beantwortung solcher Fragen die Logik und der menschliche Verstand untauglich wären. Nun, dieser Ansicht bin ich nicht, nicht weil ich das Gegenteil beweisen  könnte, sondern weil es eine Erniedrigung des menschlichen Verstandes darstellt, und das Leben uninteressant macht. Kommt nicht Logik von Logos? Außerdem gibt es mehrdimensionale Wahrheiten, die sich auf verschiedenen Ebenen neu erschließen. Nun dann zu meinem Entwurf: Ausgehend von einem holistisch - holografischen Weltbild, wo sich Vorgänge, Strukturen in verschiedenen Dimensionen, Welten, wiederholen (das Größte findet sich im kleinsten wieder) kann man von unserem Dasein auf das Höhere schließen. Wir wissen ja zum Beispiel, dass das, was die Mikrophysik kennt, sich auch in anderen Dimensionen der Makrophysik findet. So kann man in den Planeten die Entsprechung zu den Elementarteilchen sehen, sowie im Sonnensystem  das Atom u.s.w.     

In der Schöpfungsgeschichte finden wir einen Hinweis dieser Art in dem ominösen Apfel.


Der Apfel oder besser die Apfelform bzw. das Apfelprinzip finden
wir wieder als Universalprinzip.
                    
Angefangen beim Magnetfeld der Erde,  







                                                             weiter bei der Wachstumsstruktur der Pflanzen,

dem Körperaufbau des Menschen (gleich mehrere
ineinandergeschobene Apfelstrukturen),












                                                                         bis hin zur Zeit- und Entwicklungsstruktur der Evolution,















die zwar immer spiralig, aber in apfelförmigen Bewegungen erfolgt. Nebenbei ist es interessant, dass das hier mit dem Apfelprinzip verwobene Spiralprinzip, das Prinzip der Schlange (Luzifer) ist, also wieder ein "Realsymbol" aus der Schöpfungsgeschichte. Übrigens ist in diesem Zusammenhang noch bemerkenswert, dass sich Teilchen im Licht spiralförmig bewegen (Photophorese)
    












                                                                                                   
und der Lichtbringer Luzifer heißt.
Den holistischen Charakter der Welt kann man beweisen, soweit man sich auf das Wahrnehmbare  beschränkt. Wenn ich Welt sage, so meine ich nicht die Erde, sondern alle überblickbare und denkbare Existenz, also im Grunde meine ich damit Gott. Somit beschreibt der Begriff Gott, wie ich ihn verwende die allumfassende Existenz. Also sind wir Menschen ein Teil Gottes wie alles andere auch. Wir sind durch Gott, Gott ist durch uns und durch alle Existenz. Wenn wir also vom holistisch-holografischen her logisch weiter denken, so sehen wir in uns universelle z.B. atomare oder apfelartige Strukturen, aber wir sehen auch unseren organischen (anatomischen) Aufbau, also muss der sich auch in einem vom normal menschlichen Bewusstsein nicht überblickbaren Maßstab ( Dimension) wiederholen. Nehmen wir also an, die Erde ist ein Organ, ein anderer Planet ein anderes, usw. bis wir den ganzen kosmischen Menschen als Gott uns vorstellen können. So gesehen wäre der Mensch wirklich das Ebenbild Gottes und wir können Gott in seiner allumfassenden Art als Wesen verstehen. Wir sollen uns von ihm kein Bildnis machen, weil wir selbst die konkretesten lebendigen Bildnisse sind. Wir leben als solche auf der Erde, einem Organ Gottes, man könnte auch sagen einem Elementarteilchen, aber ich sage Organ. Beides hat eine Funktion, aber das Erdenorgan hat eine besondere Funktion durch die Menschen, durch das Bewusstsein der Menschen, also muss die Erde ein Bewusstseinsorgan sein. Ich sage wiederum und denke, dass dies logisch ist, nämlich, dass die Erde dadurch Sinnesorgan sei muss, also eine Art Auge oder besser Augapfel, mit Hilfe dessen sich einmal die Schöpfung, also Gott selbst vollumfänglich erkennen wird. Gott leistet durch uns Selbsterkenntnis, eine ungeheure Vorstellung und Verantwortung für uns Menschen! Aber wie soll das funktionieren? Es funktioniert natürlich schon heute, denn unser Bewusstsein muss gleichzeitig göttliches Bewusstsein sein, unsere Erfahrungen sind die Erfahrungen Gottes, Gott lebt in allem* aber auch explizit in unserem Bewusstsein, genau wie unser Bewusstsein auch explizit in unseren Sinnesorganen lebt. Das ist der Wille von Gott und der Welt sich selbst zu erkennen und gleichsam ist es die Aufgabe des Menschen sich ebenfalls selbst zu erkennen, was dazu führen kann, dass der Mensch sich in Gott erkennt und Gott erkennt sich im Menschen. Welterkenntnis ist Selbsterkenntnis und umgekehrt. Beides geschieht durch das sich erweiternde Bewusstsein und durch Hingabe, Verständnis bzw. Verschmelzung also durch Liebe. Je bewusster der Mensch wird, je unbewusster (machtloser) wird Gott, aber er wird durch den Menschen wiedergeboren. Gott verteilt sein Bewusstsein an die Menschen und vervielfältigt sich in ihm. Wieder so eine ungeheure Verantwortung, aber eine logische. Wir werden gewissermaßen nicht ins Reich Gottes zurückkehren (können), wir werden es neu erschaffen (müssen). Die, die diese Wiedergeburt bewirken werden, werden in Freiheit und ferner Zukunft vielfältige neue Welten erschaffen. Gott wird durch die Menschen erneut zum Schöpfer werden, dabei muss die menschliche Kreatur sich selbst zur Kreativität erziehen, also zur Fähigkeit schöpferisch zu werden, auf das Gott in uns wohnen kann. Das ist die Kunst des Lebens. Um es mit Beuys zu sagen: Jeder Mensch ist ein Künstler - Muss er sein, sonst wäre er kein Mensch, aber nur ein guter Künstlermensch wird einmal Schöpfer.
                                
* alles ist eins
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