Der Cherub

 

 

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      Ich sah ihn an einem Novembertag

      den Damm hinunterwehn;

      einer der Tage, da du dich fragst,

      sollst du bleiben oder gehn.

      Berlin gibt sich feindlich. Der Menschenstrom

      schleppt sich durch Öden von Glas und Beton.

      Kein Fenster erleuchtet

      in den Wänden aus Blei.

      Da flogst Du vorbei.

       

      Oh flieg, flieg, flieg und flieg

      flieg zu mir, kleiner Cherub,

      Oh flieg, flieg, flieg und flieg,

      bitte flieg her zu mir!

      Oft sitze ich in der Bahn und lausch',

      ob dein Flügelschlag durch den Nebel rausch'.

      Oh flieg, flieg, flieg und flieg

      flieg zu mir, kleiner Cherub!

       

      Seither seh ich ihn überall,

      wohin das Alleinsein mich führt.

      In jeder neon-weißen Bar,

      wo man sich nicht berührt.

      Da lehnt er schweigend am Bufet

      und schaut sie fragend an,

      Die seltsamen Heiligen, die sich zu Tode saufen,

      die alten Rebellen mit Visacard,

      den jungen Dichter, der sich selbst

      nicht mehr ertragen kann.

       

      Oh flieg, flieg, flieg und flieg ...

      Ein Einsamer sitzt auf dem Bett und lauscht,

      dass dein Flügelschlag durch den Nebel rauscht

      Oh flieg, flieg, flieg ...