Quinta 20

 

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        Nach jedem Weiterrücken um zehn Grad

        Erklingt ein Ton von einem Glockenspiel.

        Doch hat die Drehung

        Sich zum Kreis gerundet,

        Verdunkelt sich der Reigen.

        Dafür erscheinen auf dem inneren Ring

        Kostbare Tierfiguren,

        Die sich zu tieferen Glockenschlägen

        In ähnlicher Weise vergnügen.

        Chazerrinaux caracalla.

        Der Tempel ist in ständiger Bewegung.

        Vollendet stets, und doch verändert

        Er sein Aussehn von Minute zu Minute.

        Serivimo ainunda levevejam.

        Und aus den hohen Fenster

        Bricht ein Strahl, so hell

        Und doch den Augen mild,

        Als sei die Mauer nur Umhüllung

        Für ein Prisma, das alles Licht

        Der Abendsonne in sich aufnimmt.

         

         

        Der Tempel

         

        Die Flügel stehen offen.

        Ich schreite hindurch,

        Die Hände vor Augen,

        Mitten hinein in den Kegel aus Licht.

        Seine Strahlen lassen die Finger transparent erscheinen.

        Da schwimmen Geäder, Nervengeflechte -

        Blau, rosa und weißlich und

        In der Tiefe

        Fingerknochen wie Korallenäste.

        Ich folge den Strahlen, deren Bündelung

        Sich verdichtet mit jedem Schritt,

        Bis zum Ursprung: ein Prisma,

        Kreisrund, wohl drei Meter durchmessend,

        Unter der Kuppel in den Boden eingelassen.

        Seine Spitze ragt noch etwa sieben Fuß hervor,

        Auf eine Öffnung im Zenit der Kuppel weisend.

        Darüber steht die ungeteilte Sonnenscheibe,

        Wirft ihren Glanz in tausend von Facetten. Blendend hell.

        Erst als die Rotation der Erde es bewirkt,

        Daß ihre Strahlen schräger in das Prisma fallen,

        Kann ich die Hände von den Augen nehmen.