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Behutsam erst, Lider zum Spalt verengt, Fixiere ich den Kristall - Und langsam gehen mir die Augen auf, Bis ich unfähig bin, den Blick zu wenden.
Aus den Facetten tritt mir tausendfach Die eigene Gestalt entgegen. Nicht nur die Finger, nein, Mein ganzer Körper scheint Aus transparentem Stoff gemacht, Der jedes einzelne Organ durchschimmern läßt. Atmende Meeresschwämme die Lungen, Fettgelbe Reben die Ovarien, Von denen hin und wieder Eine Beere hüpft Und sich in schlingernden Bewegungen Durch ein Quallenmaul davonmacht. Und keins der durchsichtigen Bilder auf der Prismenfläche Gleicht dem anderen. Tausendmal ich und doch verschieden alt, Verschieden im Gesichtsausdruck Und den Bewegungen der Eingeweide. Ruhig energisch, ermattet, nervös, Alternd und jugendlich. Die Bilder verlieren an Schärfe, Je tiefer sie im Innern des Kristalls liegen. Es bleibt nur vage zu erkennen, daß sie Dort hinten immer kindlicher erscheinen, Wobei ihre Durchsichtigkeit zunimmt. Die Feinheiten der Linien und Verästelungen Entziehen mir as innre Baugesetz. Einmalige Gelegenheit: Die Transparenz der Hirnschalen. Encephalon. Prosencephalon. Diencephalon. Misencephalon. Cerebellum. Werde ich hier den Plan Meiner Vergangenheit und Zukunft entdecken? Liegt dort der Inbegriff der Möglichkeiten? Ich kneife die Lider zusammen - Vergebens. In den frontalen Spiegeln nur Zellstrukturen, Klümpchen von Eiweiß, In zäher Flüssigkeit schwimmend.
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