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3. Die Spinne und der Falter
Nacht.
Alte Tangomusik erklingt aus der Tiefe des Bühnenraums.
Es regnet heftig. Auf die Rückwand der Bühne
sind rote und gelbe Farbwirbel projiziert, die im Rhythmus
der Musik rotieren oder auseinanderfließen. Alle
drei Projektionsflächen bleiben dunkel. Als einziges
"reales" Mobiliar ein stilisiertes schwarzes
Thekenelement mit einer Kaffeemaschine und ein hässlicher
Garderobenständer am linken Bühnenrand. Ein
angedeutetes Ladenfenster, im Dunkeln ein Couchtischchen
und zwei plüschbezogene Clubsessel. Miguel tanzt
Tango mit einer imaginären Partnerin. Mal übt
er konzentriert komplizierte Figuren, mal scheint er
sich mit seiner unsichtbaren Tänzerin erotischen
Phantasien hinzugeben.
Zelda,
ihren Einkaufswagen hinter sich herziehend, kommt von
rechts auf die Bühne. Ihre Haare tropfen, ihr Regenmantel
ist völlig durchnässt. Sie bleibt vor dem
Ladenfenster stehen und sieht Miguel zu. Unauffällig
zieht sie ihre Geldbörse hervor und zählt
die wenigen Münzen, dann betritt sie die Bar. Als
Miguel sie bemerkt, bleibt er abrupt stehen, lächelt
Zelda verlegen an und schaltet die Musik aus.
MIGUEL
Entschuldigung.
ZELDA
völlig
geistesabwesend Oh bitte, lassen Sie doch ...
MIGUEL
auch
mit den Gedanken woanders Der Inhaber möchte,
dass hier nur "Trance" läuft.
ZELDA
Ja.
MIGUEL
lächelt
Was, ja?
ZELDA
Äääh
...
MIGUEL
Ich
meine, soll ich die Tangos wieder anschalten?
ZELDA
verlegen
Ja, bitte ...
Miguel
schaltet die Tangos wieder an. Ihre Blicke treffen sich,
während sie der Musik zuhören. Zelda hustet.
MIGUEL
findet
wieder in die Realität zurück Möchten
Sie etwas trinken?
ZELDA
Einen
Kaffee bitte.
Er
stellt ein Kaffeegedeck zusammen, sie zieht ihren Mantel
aus und hängt ihn an die Garderobe.
Könnten
Sie mir vielleicht ein Tuch geben? Ich muss den Verstärker
trocken reiben.
Er
verschwindet kurz im dunklen Bühnenhintergrund;
sie schaut ihm nach. Er bringt ein Tuch, das wie
eine
ausgemusterte Tischdecke aussieht, und ein Frotteehandtuch.
Danke
...
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