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4.
Tiergarten Hommage
an André Breton
Eine
Bank im Tiergarten, von einem runden Scheinwerfer-Spot am rechten
Bühnenrand umgeben. Ringsum ist die Bühne dunkel. Auf der
mittleren Projektionsfläche eine weite Rasenfläche mit einem
kleinen Teich. Zelda sitzt auf der Bank und weint. Dabei
zerbröselt sie einen geschenkten Fertigkuchen, der noch halb in
seiner Folie steckt und stopft die großen, trockenen Brocken in
sich hinein, mit einer Mischung aus Gier und Ekel. Sie frisst und
heult, heult und frisst. Hustet dazwischen, wenn sie sich an den
trockenen Krümeln verschluckt. Dann wirft sie zornig die
Verpackung weg, an den Rand des Spots, und heult weiter.
Aus
dem Dunkeln ist das Zwitschern einer Blaumeise zu hören. Zelda
beruhigt sich etwas. Sie steht auf und hebt die weggeworfene
Kuchenverpackung auf. Sie löst Reste des Kuchens aus der
Verpackung, zerkrümelt sie und streut sie aus, ins Dunkel in
Richtung des Vogelgezwitschers.
Von
fern weht ein leises Akkordeonmotiv herüber, eine Valse de
Musette. Während Zelda den unsichtbaren Vogel füttert, öffnet
sich am gegenüberliegenden Ende der Bühne ein weiterer
Lichtfleck, winzig, mit undeutlichen Begrenzungen. Die
Kuchenkrümel sind aufgebraucht, die Meise verstummt. Der neue
Lichtfleck dehnt sich aus und wird heller. Auf einem Rasenstück
erkennt man eine rot-karierte Decke, darauf ein altmodischer,
geflochtener Picknickkorb. Ringsum sind verschiedene Leckerbissen
angerichtet: ein Teller mit Früchten, eine Flasche Wein und
Gläser, Käse und Brot. Aus dem Dunkeln hört man fröhliche,
junge, kichernde Stimmen, deutsche, englische und französische
Satzfragmente.
STIMMENGEWIRR
Im
Café? -
Tout
pourrait s'arranger ... -
...
that's great . -
... der Künstler
heutzutage ..-
... Paris
est un grand village ...
... let
me tell you one thing . -
Zelda
geht langsam auf den Lichtfleck zu. Während der Spot um die
Parkbank erlischt, erweitert sich der neue Lichtfleck, bis etwa
zwei Drittel der Tiergartenwiese in milchiges Licht getaucht
sind.
Innerhalb
des Lichtflecks ist alles schwarz-weiß, wie eine Szene aus einem
alten Film. Nur der Picknickkorb und die Leckerbissen, die ihn
umgeben, sind bunt, wie auf einem nachkolorierten Foto. Auf der
Decke sitzt eine fröhliche, internationale Gesellschaft junger
Künstler aus den Zwanziger Jahre. Miguel; eine blasse, junge Frau
mit sehr hellen Haaren, die etwas somnambul wirkt, ein alter
Akkordeonist mit Baskenmütze. eine wild aussehende Malerin in
Reithose, ein junger Dichter, alle in Grautöne gekleidet und
geschminkt.
Einer
schenkt Wein aus. Sie stoßen an und kichern. Die Malerin stellt
ein Bein angewinkelt auf den Akkordeonkoffer, vor dem jungen
Dichter. Indem sie ihm verführerisch in die Augen blickt,
deklamiert sie:
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