Margarete Huber-Komponistin
MARGARETE HUBER KOMPOSITIONSVITA

Margarete Huber- Komponistin und Sängerin. Lebt in Berlin.
Studium an der UdK und HU Berlin und in Bremen. Meisterkurse bei György Kurtag, Barbara Schlick und Nigel Rogers.
Preisträgerin des Marguerite de Reding- Wettbewerb, Internationalen Wettbewerb für Neue Musik Düsseldorfer Altstadtherbst und Jugendwettbewerb Ganz anders.
Bisher ca. 35 Kompositionen für Solo, Ensemble, Orchester und Musiktheater.
Aufführungen z.B. in Konzertreihe Saitenblicke Berlin, Theaterfestival München, Guardinistiftung Berlin, Kunsthalle Neuwerk Konstanz, Festival für Neue Musik Basel, Randspiele Zepernick, Festival Wie es ihr gefällt, Kehrrichtverbrennungsanlage Weinfelden, Gare du Nord Basel, Europafestival bottom up, Kryptonale, Konzertreihe Unerhörte Musik, Schloß Balmoral, Theater Brandenburg...
Presseresonanz- ein paar Zitate: „virtuos“, „ klangliches Feuerwerk“ (über „springteufel“ 2006), „hocherfreuliches musikalisches Ereignis“, „kraftvoll und überraschend“ („europaverführung“ 2007) „intelligent, sinnlich“ („er neigte sein ohr zu mir“ 2008), "verblüffend radikale kompositorische Energien" ("die vögel stehen in der luft und schreien" 2010).
Komponistenportrait in der „Cooperativa Neue Musik 2007.
Leitung von Kompositions- bzw. Improvisations-werkstätten (Musikhochschule Zürich und Kolleg Bielefeld)
Neuestes Werk: „Die Vögel stehen in der Luft und schreien“ für die Pianistin Babette Dorn (UA September 2010 Schloß Balmoral).
Aktuell als Stipendiatin der „Akademie Hellerau“ Mit-Entwicklung und Mit-Komposition eines Neuen Musiktheaters zu „100 Jahre Schloß Hellerau“ (UA Herbst 2011).
Kompositionsauftrag von Ensemble Xenon (UA Herbst 2011)
Sängerische Tätigkeit von Barockopern (z.B. Nerone in Händels Agrippina) bis zu Uraufführungen (zuletzt „Morgen“ von Charlotte Schlesinger).
Herbst 2010 Programm mit Liedern von Ligeti, Berg, Ullmann, Mahler und Hensel. April 2011 Uraufführung von James Etheringtons „Nacherzählung“ mit Tomas Bächli.

Ausführliche Pressezitate zu den Kompositionen siehe unten:

Pressezitate zu den Kompositionen:

Den wohl nachhaltigsten Eindruck lieferte das Konzert den Hörern mit der Uraufführung eines Babette Dorn gewidmeten Klavierstückes von Margarete Huber mit dem Titel „die Vögel stehen in der Luft und schreien“. Die Besucher quittierten die mit äußerster pianistischer Virtuosiät freigesetzten, verblüffend radikalen kompositorischen Energien mit heftigem Applaus.
RLZ Rheinzeitung, Karl Haxel

Extreme Spiellagen und ungewöhnliche Techniken sorgten für Aufmerksamkeit. Dem Titel entsprachen sowohl enggeführte als auch klangraumsprengende Passagen. Aufgeregte, klirrend klingende Zupfarbeiten wechselten mit beklemmend-unruhigen Tonfolgen, denen wiederum gleitende, sanfte Effekte folgten. Wurden in den hohen Tonlagen die Saiten oft hart angerissen, perlten von ihnen urplötzlich weiche Akkorde. Unter Katharina Hanstedts flinken, technisch versierten Fingern entstand so ein klangfarbenreiches Panorama seelischer Befindlichkeiten. Zum Schluss schwirren und entgleiten die Klänge ins Nichts.
-Der Uraufführung fiel viel Beifall zu.
Peter Buske, Potsdamer Nachrichten

Ein hocherfreuliches musikalisches Ereignis.
Kraftvoll und überraschend kam die europa- verführung daher.
Die Uraufführung gelingt wie am Schnürchen.
Dabei ist es faszinierend, wie aus der Vielzahl der Stimmen ein homogen-vielschichtiges Panorama entsteht.
Eva Britsch, NEUE WESTFÄLISCHE

Margarete Huber will nicht einfach die Atmosphäre dieser Äußerungen einfangen…. Stattdessen notiert sie sich den Text ganz genau, Wort für Wort, aber auch jeden Seufzer, die Klangfarbe der Stimme und die Änderungen in der Tonhöhe, bis hin zu den Atempausen.Erst dann komponiert Margarete Huber aus den Notitzen eine Arie…
Wieviel Musikalität und Poesie im Alltag und den erlebten Geschichten steckt, mit der „Arie des Tages“ hat Margarete Huber sie zum Klingen gebracht.
Natascha Gillenberg, Deutschlandfunk

Springteufel. Das klingt lustig. Ein Scherz aber ist das musiktheatralische Stück springteufel der Berliner Komponistin Margarete Huber keineswegs. Es ist ein Stück über Arbeitslosigkeit. Es ging ihr in dem Stück, das nun- ausgerechnet- in der Kehrrichtverbrennungsanlage Weinfelden aus der Taufe gehoben wurde mehr um eine Innen- als um die Aussensicht.
Letzlich steht und spricht die Musik für sich.
Sie lässt hören, wie eine junge Komponistin sich ihren ganz eigenen Weg gebahnt hat durch eine globalisierte Welt unterschiedlichster Gesangstraditionen und- kulturen.
Das beginnt damit, dass Huber ihre Partitur für unterschiedliche Stimmtypen geschrieben hat, wie man sie selten in einem einzigen Stück findet: für einen Opernsopran mit entsprechender Vokalfülle (Almut Krumbach), für eine geradlinige, mehr auf Alte und Neue Musik spezialisierte Stimme (Elfi Schläpfer) sowie für eine Schauspielerin mit Gesangserfahrung (Susi Wirth). Sie werden zusammengebunden oder auseinanderdividiert, zu Hinter- und Vordergrund geschichtet, stets in spürbar intimer Kennntnis der drei unterschiedlichen Vokalartistinnen. In das Klangkontinuum mischen sich Allusionen von Alter Musik, von Jodel und Obertongesang, Etüdenhaftes, Polytonales, Geräuschhaftes. Vielleicht trifft es die Sache gar nicht schlecht, springteufel als Madrigal über die Arbeitslosigkeit zu bezeichnen.
Schön anzuhören ist es aber eben doch.
Elisabeth Schwind, SÜDKURIER, Konstanz-Deutschland

Mit springteufel (nach einem Text von Kathrin Röggla) hat die Komponistin Margarete Huber einen verstörenden wie berückenden Klangteppich gewoben. Es geht um den Verlust der Identität, die mit dem Verlust des Arbeitsplatzes einhergeht; um die Suche nach Orientierungspunkten, um Anpassungsversuche, die das Ich vollends zersetzen.
Davon spricht Rögglas Text überaus verstörend, rhythmisch, virtuos.
Kennzeichnungen, die auch auf das Musiktheaterprojekt, das eben Premiere hatte, zutreffen:
Ein klangliches Feuerwerk, das dieses Ich über drei Stimmen vermittelt in tausend Klänge bersten lässt.
Was sich an diesem Nicht-Ort abspielt, ist eine Suche, die sich musikalisch in einer Mischung aus Alter und Neuer Musik, Obertonklänge und Anklängen an die Alpenregion mit abgebrochenen Jodlern und Volksweisen zusammensetzt.
Stimmig ist das alles!
Brigitte Elsner-Heller, TAGBLATT, Weinfelden

Ein brandneues Stück wurde aufgeführt: springteufel von Margarete Huber (Musik) nach einem Text von Kathrin Röggla.
Kompliment für die präzise Vermittlung der A-cappella-Dimensionen: Zwischen zischenden Lauten und hochdramatischen Tosca-Ausbrüchen eine Kette von lautlichen Variationen; Stockende Tonfolgen, Langgezogenes, durchbrochen von wilden Artikulationen, Unisoni im Wechsel von dissonierendem Terzett, Stakkati, Tremoli von den Lippen, Parlando, Schmerzensschreie, crecendierend oder Absacken ins Nichts.
Gerhard Hellwig, THURGAUER ZEITUNG, Weinfelden

Selten so ein intelligentes, sinnliches, freudevolles Musikerlebnis
gehabt.
Michael Turnbull, per e-mail.


Margarete Huber – Sängerin und Komponistin - hört sich um in der städtischen Umwelt, rezipiert den Duktus der Alltagskommunikation, versucht Akzentuierungen zu erkunden und diese in stimmlich ästhetisierte Formen umzusetzen. (…)
Es entstehen musikalisch-kommunikative Irritationen von eigenem Reiz, die sowohl an musik-historische Experimente von Krenek u. a. als auch an nahezu Dada-hafte Wortspiele gemahnen.
Franz R. Stuke, Opernnetz